Review Mangofest 2011
Am 29.10.2011 fand unser jährliches Mangofest statt. Die Wahl des Termins und auch des Veranstaltungsortes erwiesen sich als goldrichtig. Die Räume der Kath. Gemeinde St. Johannes Apostel in Frankfurt/Höchst sind für unsere Veranstaltung sehr gut geeignet.
Wir bedanken uns bei den Verantwortlichen der Gemeinde.
Durch die Mithilfe vieler Freiwilliger können wir auf eine gelungen Veranstaltung zurückblicken. Das Mangofest war sehr gut besucht.
In 2 Vorträgen von Dr. Angelika Trabert und Andreas Schulze informierte Mango die Besucher über den Einsatz 2011, den Bau des neuen Patientenhauses und über den zukünftigen Einsatz 2013. Dabei kam zum Ausdruck, daß es noch einiger Anstrengungen bedarf, um die benötigten Spenden zur Finanzierung des nächsten Einsatzes zu sammeln.
Bisher ist die Finanzierung zu ca 40% gesichert.
In vielen Gesprächen am Rande des Festes konnten viele neue Kontakte zu Medizinern geknüpft werden, die an einer Teilnahme an einem der nächsten Einsätze interessiert sind.
Würde es die finanzielle Situation des Vereins zulassen, könnte dadurch die Frequenz der Einsätze erhöht werden.
Durch den Verkauf von Kuchen, afrikanischen Gerichten und der Ausrichtung einer Tombola konnte ein Betrag von ca 850 € erzielt werden, der dem Verein zugeführt wird.
Wir bedanken uns bei allen Helfern, die sehr erfolgreich zum Gelingen unseres Mangofestes 2011 beigetragen haben.
Fertigstellung des neuen Patientenhauses
Ende August wurde der Bau des neuen Patientenhauses in Koolo-Hinde beendet. Damit ist ein lang gehegtes Projekt von Mango e. V. verwirklicht.
Unter der Leitung von unserem Partner in Guinea, Oumar Barry, wurde ein einstöckiges Haus mit sechs 20 m2 großen Räumen errichtet. Durch die große Anzahl der operierten Patienten war das Dorf Koolo-Hinde mit der Unterbringung der Kranken und auch deren Angehörige oft überlastet. Deshalb bat das Dorf um die Zurverfügungstellung eines Hauses. Gleichzeitig wurde eine Küche und ein Sanitärtrakt errichtet.
Das Gebäude wird in die Selbstverwaltung des Dorfes übergeben, so dass Instandsetzungen in Eigenregie
erfolgen. Während unserer Abwesenheit werden Lehrer der Grundschule Koolo-Hinde die von auswärts kommen im Gebäude ein Zimmer bekommen. Bilder des neuen Patientenhauses sind auf mango-ev.de zu sehen.
Die Kosten des Patientenhauses belaufen sich bis jetzt auf 20.000 €.
Lage in Guinea
Autor: Bailo Barry
Vor einem Jahr, am 07.11.2010, wählten die Guineaner nach einer politischen Krise, einen Präsidenten. Für guineanische Verhältnisse war diese Wahl demokratisch. Sechs Wochen später - nach der Wahlbestätigung durch das höchste Gericht des Landes - wurde eine Regierung gebildet. Statt ein kleines Kabinetts mit lückenlosen Technokraten zu bilden, entschied der neue Machthaber, die alten Minister seines Vorgängers „zu recyceln“, obwohl er vor seiner Wahl jegliche Zusammenarbeit mit den korrupten Ministern seines Vorgängers ausgeschlossen hatte. Mehr als 40 Minister bilden die jetzige Regierung. Zuviel für ein Land mit ca. 10 Millionen Einwohnern.
Was hat sich bis jetzt geändert?
Viele Reformen wurden angekündigt, aber ihre Umsetzung lässt auf sich warten, teils aus Mangel am nötigen Willen und teils aus Geldmangel.
Die Hauptstadt ist entmilitarisiert und einige Korruptionlöcher wurden gestopft.Aber eine Verbesserung des Lebensniveaus der Bevölkerung ist nicht in Sicht. Elektrizität und Leitungswasser sind Mangelware. Die Lebensmittelpreise sind stabil, aber sehr teuer für guineische Verhältnisse. Da der Staat Guinea pleite ist, sind viele Projekte durch ausländische NGO oder Staaten, vor allem in der Hauptstadt, realisiert. Im Gesundheitsbereich hat China ein modernes Krankenhaus in Rekordzeit in Conakry gebaut und eine japanische Firma hat dem Krankenhaus Donka eine Dialyseeinheit mit acht Dialysegeräten gespendet und bereitgestellt. Das Hinterland und die ländlichen Gebiete sind weiterhin total vergessen.
Politisch und sozial ist die Lage unzufriedenstellend. Für das Regierungslager besteht Demokratie lediglich in der Wahl eines Präsidenten und mehr nicht. Ein Jahr nach der Präsidentenwahl hat Guinea kein gewähltes Parlament. Die Wahl der Volksvertreter sollte sechs Monaten nach der Präsidentenwahl stattfinden. Bis heute ist kein Wahltermin in Aussicht. Die Regierung fürchtet um eine Wahlniederlage.
Die letzte Wahl war sehr ethnisch geprägt und künftige Wahlen werden vorraussichtlich leider wieder so sein. Es ist unwahrscheinlich, in der jetzigen Situation, dass die Präsidentenpartei bei fairen Wahlen 30 % der Sitze erreicht. Deshalb verzögert die Regierung diese Wahl und der Präsident regiert per Dekret, was der Opposition überhaupt nicht gefällt. Diese kämpft, manchmal mit widerrechtlichen Mitteln (z. B. nicht genehmigte Demonstrationen), für eine faire Parlamentswahl.
In der öffentlichen Wahrnehmung ist in letzter Zeit ein Phänomen festzustellen: das öffentliches Bekennen (über Radios oder politische Parteien) von ethnischer Zusammengehörigkeit. Das Problem gab es schon früher, aber nicht in dieser Maße.
Eine Hoffnung für die politische Krise gibt es dennoch. Diese Woche möchte der Präsident die Führer der Opposition zu treffen, um über die Lage des Landes und über Versöhnung zu sprechen.
Aber wer Guinea kennt, wird sich nicht wundern, dass dieses Treffen wieder eine Maus gebiert.
